Artikel in der Zeitschrift : 

Veröffentlichung 03.06.2003 Heft Nr.13

Großes Zwilingstreffen in Köln! 

Vor dem Event fragt woman eineiige Schwestern, 

ob das Leben im Doppelpack auch doppelt so gut ist

Janah und Sarah Schaper, 16, Schülerinnen aus Schleswig

 

Woman: Ihr seid eineiige Zwillinge, habt aber nicht am selben Tag Geburtstag? Janah: Stimmt. Sarah hat am 10., ich hab’ am 11. Juli Geburtstag. Sarah ist nämlich drei Minuten vor, ich bin drei Minuten nach Mitternacht geboren. Woman: Außer dem Geburtsdatum ist bei Euch aber so ziemlich alles gleich, nicht? Sarah: Ja, das kann man so sagen. Wir haben die selben Interessen und Hobbys, den selben Freundeskreis. Und wir verbringen unsere Freizeit deshalb auch fast immer gemeinsam. Janah: Es ist aber nicht so, dass wir nur deswegen alles zusammen machen, weil wir alles zusammen machen wollen. Wir haben einfach immer die selben Vorstellungen, Wünsche und Ziele. Unabhängig voneinander. Woman: Hat man seinen Zwilling denn nicht auch mal über? Janah: Na, klar. Und wir streiten uns auch mal. Sogar ziemlich doll Aber nie lange. Sarah: Meistens vertragen wir uns sogar schon nach ein paar Minuten wieder. Weil wir es nie aushalten, uns lange böse zu sein, nicht miteinander zu reden. Janah: Wir können einfach nicht ohne einander sein. Zuhause haben wir zwar zwei Zimmer, aber wir schlafen trotzdem in einem Zimmer zusammen und „wohnen“ gemeinsam in dem anderen. Woman: Gibt es gar nichts, was Euch am Zwillingsein stört? Janah: Also mich nerven eigentlich nur die Leute, die uns fragen, ob wir Zwillinge sind. Dabei ist das ja nun wirklich offensichtlich. Sarah: Genau. Und in der Schule hat es früher auch ziemlich genervt. Viele Lehrer haben uns immer die geliche Note gegeben. Obwohl wir nicht überall gleich gut oder schlecht waren. Einige konnten uns irgendwie nicht auseinander halten. Andere haben anscheinend gedacht, dass wir als Zwillinge immer auch die gleiche Note bekommen müssen. Woman: Gibt es irgendwas, was ihr an Eurem Zwillingsdasein merkwürdig findet? Janah: Ein bisschen gruselig ist, dass wir nicht nur oft das selbe zur selben Zeit denken, sondern auch oft in der selben Nacht das selbe träumen. Sarah: Und wenn wir versuchen uns gegenseitig anzurufen, ist häufig besetzt… Weil der andere genau in dem Moment auch gerade die Nummer des anderen gewählt hat. Janah: Wir sind auch immer zusammen krank. Sarah: Und als Kinder haben wir unsere Milchzähne immer am selben Tag verloren. Woman: Fühlt man sich als Zwilling trotz des anderen denn noch „einzigartig“? Sarah: Natürlich. Man weiß zwar, das es jemanden gibt, der oft die selbe Meinung, die selben Gedanken hat, wie man selber…. Janah: …aber eben nur sehr oft, nicht immer. Sarah: Genau.